Nach dem Fotoshooting gehts ab in meine digitalen „Dunkelkammer“ …

Geht es Euch auch so?
Ich kann meine Neugier kaum zügeln, endlich die Fotos in großer Auflösung am PC zu sehen.
So hole ich mir eine grosse, warme Tasse Kaffee und starte den PC…
Gestartet wird mit dem Sichten und Aussortieren der schlechten Fotos…

Doch bevor ich die Entwicklung der Fotos starte, werden alle Fotos eines Shootings gesichtet. „Die guten ins Töpfchen die schlechten ins Kröpfchen…“ 😉

Das Aussortieren kann aber zur Geduldsfrage werden. Denn um in der Tierfotografie den besten Moment nicht zu verpassen, fotografiere ich sehr gerne mit Serienbildmodus.
Dadurch kommen natürlich eine Menge Fotos zusammen – locker mal zwischen 300 – 500 Aufnahmen.
Ich achte, neben vielem anderen, insbesondere darauf, dass Schärfe auf den Augen liegt und diese am besten Glanzpunkte haben.
Gerade um die Schärfe zu beurteilen, muss ich die Fotos oft zuerst auf 1:1 vergrössen, was meist einige Sekunden benötigt.
Nun, werdet Ihr sagen, einige Sekunden, was ist das schon?
Ja, Kleinvieh macht auch Mist 😉
Selbst wenn man dafür jedes Foto nur 10-15 Sekunden ansieht, braucht man bei 300 Fotos mehr als 1 – 1,5 Stunden!

Natürlich besteht auch die Möglichkeit nur die absolut schönsten Aufnahmen rauszusuchen, da wäre ich wahrscheinlich schneller fertig 😉
Allerdings bin ich eine Messi, was das Aufheben von Fotos betrifft – immerhin könnte ich das eine oder andere Bild ja noch für eine Fotomontage oder ein Fantasiebild benötigen….
…oder so…. 😉
Der nächste Schritt: das Entwickeln der Fotos aus dem Rohdaten-Format:
Für das Entwicklen des Bildes aus den Rohdaten (so eine Art „Negativ“) sind mehrere, von Foto zu Foto unterschiedliche Arbeitsschritte nötig.
Meist sind das aber zum Beispiel:
Das Setzen des Weißpunktes und Schwarzpunktes, sowie der Tiefen und Lichter, gegebenenfalls eine Belichtungskorrektur und Einstellen des Kontrastes, sowie der Klarheit,der Dynamik und der Sättigung.
In der Gradationskurve eventuell noch die Lichter, hellen und dunklen Mitteltöne und Tiefen korrigieren
In HSL gegebenenfalls die Farbtöne, deren Helligkeit und Sättigung einzeln einstellen
nötigenfalls die Teiltönung der Lichter und Schatten korrigieren, das Foto schärfen und eventuell auftretendes Rauschen entfernen. Objektivkorrekturen durchführen und chromatische Aberrationen entfernen…
Manxhmal sind zum Finalisiern noch Retuschearbeiten nötig:

Für Landschaftsaufnahmen reicht mir oft das „Entwickeln“ der Fotos im Raw-Konverter für nette Ergebnisse.

Aber wenn es um das Erstellen schöner Erinnerungen an ein geliebtes Tier geht, sind häufig noch diverse Retuschearbeiten nötig. Dieses Foto ist zwar noch ohne Retuschearbeit ausgekommen, aber…
vorher-nachher-beispiel augenwuserl, leine einfügen

Manchmal ist es eben nicht möglich, eine tolle Location aufzusuchen, wo man keine Zäune sieht (wie auf diesem Foto), oder einen Hund ohne Leine frei laufen zu lassen – da möchte ich natürlich Hand anlegen…
Der Zeitaufwand für eine Retusche kommt auf die Gegebenheiten an.
Kleine Augenwuserl, oder mal eine Verletzung wegzustempeln kostet vielleicht ein paar Minuten. Bei einem Zaun, einer Leine oder anderen größeren Objekten wird es schon schwieriger, aber eine wahre Fizelarbeit wird es, wenn der Hintergrund zwischen den Haaren oder anderen feinen Strukturen entfernt bezw. ersetzt werden muss.
in so einem Fall kann es schon vorkommen, dass ich mal ein Stünderl oder länger an einem Bild sitze…






























