Zum Inhalt springen

Meine Arbeitsweise in der Fotografie

Es freut mich, dass Ihr Euch für meine Vorgangsweise bei diesem schönen Hobby interessiert. Da der Artikel etwas länger ist, habe ich hier kleine Untermenüs eingefügt, damit die Übersicht nicht verloren geht.


Kamera und ihre Einstellungen


Am liebsten fotografiere ich mit meiner Vollformatkamera, überhaupt wenn ich größere Wandbilder machen möchte.
Eingestellt ist in den meisten Sitationen der manuelle Modus, weil man hier den größten, individuellen Gestaltungsspielraum hat.

…und ich fotografiere, wie die meisten, die ich kenne, nicht im jpg, sondern im RAW-Format. Dabei wird das Bild nicht intern von der Kamera bearbeitet, sondern nur in Rohdaten gespeichert, die dann erst entwickelt werden müssen.

Warum in RAW?

menschliches Auge so sieht es die Kamera

Ist es Euch auch schon passiert, dass Ihre eine wunderschöne Situation aufnehmen wollt, und diese dann im Foto gar nicht so rüber kommt? Ärgert Euch nicht, das ist normal – denn keine Kamera (m.W.) kann es mit dem Dynamikumfang mit dem menschlichen Auge aufnehmen..

Einer der Gründe, warum ich RAW verwende, damit kann man das Foto bearbeiten, wie man es gesehen hat… …und mehr…

Natürlich höre ich oft die Meinung, dass nur das Foto, so wie es aus der Kamera kommt (OOC = out of cam), also .jpg das „Richtige“ ist. Das stimmt so aber nicht ganz, denn je nach gewählter Einstellung bearbeitet die Kamera das Bild ja schon intern.

01_Serie-Out-of-cam_ Autoerkennung_231011_FR4A6222-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf Automatik

04_Serie-Out-of-cam_ hdr-standard_231011_FR4A6229-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf HDR standard

05_Serie-Out-of-cam_ hdr-gegenlicht_231011_FR4A6238-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf HDR gegenlicht

03_Serie-Out-of-cam_ hdr-markant_231011_FR4A6231-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf HDR markant

02_Serie-Out-of-cam_ hdr-gesaettigt_231011_FR4A6230-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf HDR gesättigt

10_Serie-Out-of-cam_ hdr-praegung_231011_FR4A6232-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf HDR prägung

07_Serie-Out-of-cam_speisen_231011_FR4A6235-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf Speisen

06_Serie-Out-of-cam_ nachtportraet_231011_FR4A6236-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf Nachtprtrait

09_Serie-Out-of-cam_ miniatureffekt_231011_FR4A6228-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf Miniatur

08_Serie-Out-of-cam_ fischaugeneffekt_231011_FR4A6225-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf Fischaugeneffekt

11_Serie-Out-of-cam_ auqarell_231011_FR4A6226-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf Aquarell

12_Serie-Out-of-cam_ SW_231011_FR4A6223-co

JPG direkt aus der Kamera - wurde nicht bearbeitet!
Kameraeinstellung war auf schwarzweiß

previous arrow
next arrow

Schaut Euch mal die Fotos in der Diashow an, sie sind alle „UNBEARBEITET“, nur halt mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen, zur gleichen Zeit, an der gleichen Stelle aufgenommen worden.

Und welches davon zeigt nun die „Wahrheit“ ??? 😉

Dieses Foto habe ich mit eben mit RAW aufgenommen und daheim dann „händisch“ digital entwickelt.

Jetzt versteht Ihr vielleicht, warum ich die Fotografie in Rohdaten bevorzuge. Ich will mir von der Programmierung der Kamera nicht vorschreiben lassen möchte, wie ich die Situation wahrgenommen habe.


In der digitalen Dunkelkammer …

Nun zum nächsten Schritt, habt Ihr Lust, mir bei der Arbeit in der digitalen Dunkelkammer über die Schulter zu sehen?
 

Übrigens, dieses Bild entstand so ->…


1. Qualitätskontrolle & Aussortieren

Bevor ich die Entwicklung der Fotos starte, sortiere ich die schlechten Fotos in der Voransicht raus. Da ich gerade bei Tieren sehr oft Serienbildaufnahmen mache, kommen schon eine Menge Fotos zusammen. So kann das Aussortieren durchaus zur Geduldsfrage werden.

aussortieren-1
FOTOS AUSSORTIEREN...
aussortieren-2
aussortieren-3
aussortieren-4
aussortieren-5
aussortieren-6
aussortieren-7
aussortieren-8
aussortieren-9
aussortieren-10
aussortieren-11
PlayPause
previous arrow
next arrow

Ich achte da in erster Linie auf offene Augen, auf Ohren- und Schweifstellung, und die Bewegungsphase, Schärfentiefe, Schattenwurf und Fokuspunkt müssen natürlich auch passen…
Gerade um die Schärfe zu beurteilen, muss ich die Fotos oft zuerst auf 1:1 vergrössen, was meist einige Sekunden benötigt.
Nun, werdet Ihr sagen, einige Sekunden, was ist das schon?
Ja, Kleinvieh macht auch Mist 😉
Selbst wenn man dafür jedes Foto nur 10-15 Sekunden ansieht, braucht man bei 300 Fotos mehr als 1 – 1,5 Stunden!

Natürlich besteht auch die Möglichkeit nur die absolut schönsten Aufnahmen rauszusuchen, da wäre ich wahrscheinlich schneller fertig 😉 allerdings bin ich halt eine Messi, was das Aufheben von Fotos betrifft – ich könnte sie ja noch für eine Fotomontage brauchen…. oder so…. 😉


2. Entwickeln der Fotos aus dem Raw-Format

Der Nachteil ist der beträchtliche Mehraufwand, seine Fotos selbst aus RAW zu entwickeln. Nix mit „knips und hochladen“.
Man braucht ein eigenes Programm (RAW-Konverter) dafür und es sind viele einzelne Arbeitsschritte zu machen.

Für das Entwicklen des Bildes aus den Rohdaten (so eine Art „Negativ“) sind mehrere, von Foto zu Foto unterschiedliche Arbeitsschritte nötig.

1a
Das Rohdaten-Bild
1a-b
1c
previous arrow
next arrow

Meist sind das aber zumm Beispiel:
Das Setzen des Weißpunktes und Schwarzpunktes, sowie der Tiefen und Lichter, gegenebenfalls eine Belichtungskorrektur und Einstellen des Kontrastes, sowie der Klarheit,der Dynamik und der Sättigung.
In der Gradationskurve eventuell noch die Lichter, hellen und dunklen Mitteltöne und Tiefen korrigieren
In HSL gegebenenfalls die Farbtöne, deren Helligkeit und Sättigung einzeln einstellen
nötigenfalls die Teiltönung der Lichter und Schatten korrigieren, das Foto schärfen und eventuell auftretendes Rauschen entfernen. Objektivkorrekturen durchführen und chromatische Aberrationen entfernen…


3. Bildbearbeitung – Retuschearbeiten

Für Landschaftsaufnahmen reicht mir oft das „Entwickeln“ der Fotos im Raw-Konverter für nette Ergebnisse.
Aber wenn es um das Erstellen schöner Erinnerungen an ein geliebtes Tier geht, sind häufig noch diverse Retuschearbeiten nötig.

Manchmal ist es eben nicht möglich, eine tolle Location aufzusuchen, oder einen Hund ohne Leine frei laufen zu lassen – da möchte ich natürlich Hand anlegen, auch wenn das Foto dadurch „gefälscht“ wird, wie viele Kritiker meinen.
In meinen Augen, wird es dadurch aber erst zu einer tollen Erinnerung an den vierbeinigen Freund.

_co-retusche1
_co-retusche1a
Retuschearbeiten
... hier das Original mit
vielen Zäunen...

diese vielen Zäune im Hintergrund haben mir einfach nicht gefallen...

diese vielen Zäune im Hintergrund haben mir nicht gefallen...

_co-retusche2
Retuschearbeiten
...das bearbeitete Bild...

NUJA der kleine Wildfang

...fast wie in Freiheit...

NUJA IM SCHNEE

ich gebe zu, nicht das schönste Foto,
aber ein gutes Beispiel 😉

NUJA der kleine Wildfang

...fast wie in Freiheit...

_co-retusche2a
Retuschearbeiten
...das Original...

...das geht doch gar nicht:
die vielen Zäune und das zweite Pferd trägt eine Fliegenmaske...
😉

...das geht doch gar nicht:
die vielen Zäune und das zweite Pferd trägt eine Fliegenmaske...
😉

_co-retusche5
Retuschearbeiten
...das bearbeitete Bild...

Nuja und Sir...
...ein kleines Zwiegespräch, das mir gefiel und ich deswegen herausarbeiten wollte...

Nuja und Sir...
...ein kleines Zwiegespräch, das mir gefiel und ich deswegen herausarbeiten wollte...

_co-retusche5a
Retuschearbeiten
...das Original...

...herausarbeiten zwischen all den Zäunen, den Höfen und Masten im Hintergrund und dem zum Teil verdeckten Pferd...

...herausarbeiten zwischen all den Zäunen, den Höfen, Masten und Strassen im Hintergrund und dem zum Teil verdeckten Pferd...

_co-retusche4
Retuschearbeiten
...das bearbeitete Bild...
_co-retusche4a
Retuschearbeiten
...das Original...
_co-retusche3
Retuschearbeiten
...das bearbeitete Bild...
_co-retusche3a
Retuschearbeiten
...das Original...

...das Boot im Hintergrund zerstört ein perfektes Foto...

...das Boot im Hintergrund zerstört ein perfektes Foto...

PlayPause
previous arrow
next arrow

Der Zeitaufwand für eine Retusche kommt auf die Gegebenheiten an. Kleine Augenwuserl, oder mal eine Verletzung wegzustempeln kostet vielleicht ein paar Minuten. Bei einem Zaun, einer Leine oder anderen größeren Objekten wird es schon schwieriger, aber eine wahre Fizelarbeit wird es, wenn der Hintergrund zwischen den Haaren oder anderen feinen Strukturen entfernt bezw. ersetzt werden muss.
in so einem Fall kann es schon vorkommen, dass ich mal ein Stünderl oder länger dran sitze…


4. Die Veredelung mit verschiedenen Programmen oder Filtern

fungoch before fungoch after

Manchmal reicht mir auch die reine Retusche der störenden Objekte nicht, Dann versuche ich mit verschiedenen Filtern und Pinsel und meist auch mit mehren Programmen um einen „edlen“ Look zu erstellen. Oft entstehen dabei verschiedene Versionen zwischen denen ich mich dann nur schwer entscheiden kann. 😉


5. Kompositionen und Fantasiebilder:

Eine meiner liebsten Tätigkeiten in Bezug auf die Fotobearbeitung, besonders an den langen Winterabenden, ist das digitale „Malen“ von Bildern.

Da hab ich eine Idee im Kopf, die ich gerne umsetzen würde, mal gelingts, mal nicht, oft wird übermalt oder anders komponiert…


Auf diesem Gebiet bin ich absoluter Rooke, aber es ist einfach faszinierend…
Fast genauso, wie bei meiner Acrylölmalerei früher, sitze ich da oft mehrere Tage über einem Bild….

Apropo Fantasiebilder und das Thema der KI (Künstlichen Intelligenz):

Ich bemühe mich stets, dass alle Bestandteile eines Fantasiebildes aus anderen meiner Fotos zu verwenden (wie hier die Reiterin, Irland, und die Burg).

Aber in Fällen, wo ich keine eigenen Bilder habe, wie hier zum Beispiel die Blockhütte, greife ich schon auf KI zurück.

Und ich muss zugeben – es ist macht eine Menge Spaß 🙂

Home
Fotoblog
Hundeblog
Flohmarkt
Angebote
Kontakt